Thomas Ploder: Mieming dürstet es bis 2024 nach mehr Bauland

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Das Anwachsen der Bevölkerung und die tendenzielle Verkleinerung der Haushaltsgrößen schaffen einen Bedarf von fast 25 Hektar Bauland.

Die Demografie stellt Mieming vor große Aufgaben: Zählte 2001 ein Haushalt in Mieming durchschnittlich 2,8 Personen und laut Volkszählung von 2011 noch 2,3, so erwartet man für 2024 ein weiteres Absinken auf 2,2 Haushaltsmitglieder. Alleine daraus ergibt sich bis zu diesem Zeitpunkt ein kalkulatorischer Mehrbedarf von 197 Haushalten. Ein gleichzeitiges Ansteigen um etwa 600 Einwohner mit Hauptwohnsitz in der Plateaugemeinde erfordert laut Prognose weitere 311 neue Haushalte. Mit bis zu 4150 Einwohnern wird gerechnet. 

„Obwohl wir davon ausgehen, dass bis zu 90 Prozent dieses Mehrbedarfs durch Neu-, Um-, Zu- und Ausbau bestehender Gebäude gedeckt werden können“, so Bürgermeister Franz Dengg bei der jüngsten Gemeinderatssitzung, „muss man von einem kalkulatorischen Baulandbedarf von 24,6 Hektar ausgehen.“ Aktuell verfügt Mieming über gewidmete Baulandreserven von rund 30 Hektar. „Der Großteil davon befindet sich in Privatbesitz und steht nicht zum Verkauf“, relativiert der Bürgermeister die vorliegenden Fakten.

Unter der Voraussetzung einer Kombination aus klassischen Ein- und Zweifamilienhäusern und verdichtetem Wohnbau sieht das Raumordnungskonzept in Obermieming und Barwies 17,75 Hektar, in Untermieming, Weidach und See weitere 12 bis 13 Hektar neu zu widmenden Baulandes vor. In Weidach werden auch entsprechende Flächen für zusätzliche Gewerbeansiedlungen ausgewiesen.

Obwohl im Gemeinderat allgemeine Übereinstimmung über den Umfang des zukünftigen Bedarfs besteht, führten einzelne Flächen zu intensiven Diskussionen. Einerseits betrifft dies den Bereich um die Kirche in Untermieming, wo ein privates Problem zweier Grundeigentümer endlich gelöst werden könnte, das Ortsbild allerdings gefährdet erscheint. Andererseits würden in Obermieming und Barwies weitere landwirtschaftliche Flächen in Bauland umgewidmet, was laut geltenden Grundsätzen nicht passieren darf. Für die Umwidmung spricht in beiden Fällen eine Verdichtung der bestehenden Siedlungsstrukturen.

Nicht weniger als zwei Jahre dauerte die Überarbeitung des bereits fertig gestellten Entwurfes des örtlichen Raumordnungskonzeptes der Gemeinde. Der Gemeinderat beschloss nun die Auflage und die Präsentation in einer Gemeindeversammlung am Mittwoch, den 13. Jänner 2016, um 20 Uhr im Gemeindesaal Mieming. Für die weitere Bearbeitung müssen die Ergebnisse von Auflage und Gemeindeversammlung sowie die Stellungnahmen des Landes abgewartet werden.

Quelle: www.tt.com/politik/landespolitik/10933250-91/mieming-dürstet-es-bis-2024-nach-mehr-bauland.csp